{35+1} „Zwischen nicht mehr und noch nicht.“ Das Leben auf der Neonatologie.

​So lautete einst der Titel eines Buches, dass jeder von uns Teenagern zur Jugendweihe erhielt. Nicht mehr Kind und doch noch nicht erwachsen.  Daran muss ich gerade so oft denken. Vor 27 Tagen endete meine Schwangerschaft. 3 kleine Jungen wurden geboren. Mama bin ich nun aber trotzdem irgendwie noch nicht. 

Wir verbringen die Tage auf der Neonatologie. Wir sitzen bei unseren Kindern. Wir wickeln, wir füttern, wir waschen. Seit einigen Tagen darf ich sogar Stillversuche machen. Manchmal, wenn wir eine liebe Schwester erwischen dürfen wir sogar 1h mit Monitoren auf dem Krankenhausgelände spazieren gehen… Abends gehen wir ins Ronald McDonald Haus. Immer mit einem schlechten Gewissen im Gepäck. Man lässt seine Kinder alleine. Immer und immer wieder. Was uns hilft nicht durchzudrehen, sind wir miteinander und Eltern, die wir im Ronald McDonald Haus kennengelernt haben. Die gleichen sorgen und Probleme verbinden und es tut so gut gemeinsam zu frühstücken oder mal TV zu gucken um auch auf andere Gedanken zu kommen 🤗

Früh am Morgen kommen wir wieder und alles beginnt von vorne. Zwischendurch bimmeln Alarme (furchtbar), kommen Schwestern rein und aus, stellen Ärzte Fragen, pumpe ich ab oder lege ich an und schreien Kinder ringsum… 
Zur Ruhe kommt man nicht wirklich, dabei haben wir schon den Luxus eines Zimmers nur für uns alleine 🙄😑 Alles muss man mit den Schwestern abstimmen und verabreden… Zum Glück dürfen wir unsere Jungs aber schon eigenständig heraus nehmen, selbst dafür brauchte man ja anfangs Hilfe. Und die Schwestern sind zwar nett, haben aber auch mal gute und schlechte Tage. 🙈🙉🙊 
So langsam kommt ein Ende in Sicht. Unsere Jungs machen das ganz fantastisch. Nach nur 4 Tagen brauchten sie keine Sauerstoffunterstützung mehr. Seitdem üben wir auch schon das Trinken. Alfred hatte den Bogen schnell raus und braucht nach knapp 4 Wochen schon gar keine Magensonde mehr. Edgar und Gustav üben fleißig. Ab und an schaffen sie sogar ihre ganze Portion, spucken oder erbrechen dann aber leider oft 😖 Trotzdem nehmen beide auch weiter gut zu. Also noch alles im Lot. Bei den großen, also Alfred und Edgar wurde gestern das Coffein abgesetzt, bei Gustav heute. Dieser „Kaffee“ soll Frühchen daran erinnern zu atmen. Nun kann es also in den kommenden Tagen zu Abfällen in der Sauerstoffsättigung kommen. Wir hoffen natürlich, dass sie stabil bleiben 🤗🙏😊 Wenn dann alle Jungs ihre Mahlzeiten regelmäßig aus der Flasche oder Brust schaffen, wenn sie auch weiterhin stabil bleiben und es schaffen ihre Temperatur zu halten, dann dürfen wir nach hause (und dann geht der Wahnsinn erst richtig los, glaube ich 🙈🙉🙊)… 
Die Prognosen schwanken je nach Arzt zwischen 2-4 Wochen. Ich bin nunmehr 9 Wochen hier in der Klinik bzw auf dem Gelände und hätte NICHTS dagegen endlich wieder nach hause zu dürfen… Aber Bammel habe ich davor natürlich auch. Plötzlich die volle Verantwortung für 3 Babys zu haben wird nicht ohne sein. Wir werden kaum mehr Schlaf bekommen und müssen uns dann erstmal zu hause organisieren… Trotzdem freue ist mich wie blöd darauf 😍😊 

Ich hoffe das Stillen klappt dann weiterhin so gut. Ich kann den Rabauken momentan täglich knapp 1l Milch anbieten. Leider muss ich momentan aber stillen und pumpen gleichzeitig und das ist ganz schön zeitraubend. Ich konnte aber alle drei schon anlegen. Gustav und Edgar schaffen meistens so 10-20g und Alfred (unser Streber, von den Ärzten auch Vorzeigedrilling genannt 😎) gerne auch mal 70g. Das Stillen genieße ich unendlich. Ich habe mir immer so sehr gewünscht mal mein Kind zu stillen und bin so froh, dass es trotz der Umstände (Frühchen, Kaiserschnitt, fehlende Nähe) trotzdem ganz gut klappt 😍 Alle drei voll zu stillen wird schwierig, aber ich bin froh, ihnen überhaupt etwas anbieten zu können. 😍 
Wann ich wieder bloggen kann, weiß ich noch nicht (wie bitte macht ihr Mamis das? Wir sind ja noch nicht mal zu hause und ich bin schon viel zu müde und geschlaucht dafür 🙈). Allein für diesen Artikel habe ich 3 Tage gebraucht 😂😂😂 also seid mir bitte nicht böse, wenn nicht allzuoft etwas kommt. 

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12 Gedanken zu “{35+1} „Zwischen nicht mehr und noch nicht.“ Das Leben auf der Neonatologie.

  1. Juppppiiiieeee….ich habe heute mal wieder an Dich gedacht und lasse Dir ganz liebe Grüße da, Ihr macht das super! Und ich drücke Euch fest die Daumen, dass Ihr ganz bald nach Haus dürft…🙏😊
    Alles Liebe von Denise

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  2. Wie schön einmal von euch zu lesen, man hat ja doch ein bisschen mitgefiebert unbekannterweise. 🙂 Dass der wochenlange Krankenhausaufenthalt an den Nervel zerrt, glaube ich dir sofort. Aber du darfst dich ruhig als Mama fühlen! Schließlich seid ihr immer für die Kleinen da und das spüren sie ganz bestimmt! Und bald habt ihrs geschafft. Tschakka. Alles Gute für euch!

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  3. Schön von euch zu hören. Sammel deine Kräfte für deine 3 Rabauken, bloggen ist dann echt nicht wichtig. Es werden Zeiten kommen, da werden dir die 3 auch wieder Luft zum Atmen lassen. Fühl dich gedrückt und ich finde du machst es ganz toll!

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  4. Liebe Jette,
    Das klingt ja alles ganz wundervoll! Da hast du wirklich den sechster im Lotto geknackt.😊 Und natürlich bist du schon Mama, nur halt noch nicht in freier Wildbahn.😉 Aber das kommt ja schon sehr bald und dann stellen die drei euer Leben komplett auf den Kopf, also versuche trotzdem noch die Ruhe vor dem Sturm zu genießen.😊

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  5. Wir hatten an Tag 5 & 6 nach Coffeinentzug ziemliche Klingelei, dann ging es wieder. Und von Tag zu Tag kommt mehr Selbständigkeit. Selbst bei rotem Alarm kommt bei uns keiner mehr angelaufen, sondern es wird nur aus der Ferne aufgepasst, ob wir es allein hinbekommen. 1l Milch ist der Wahnsinn. Ihr macht das toll!!!

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  6. Es ist schön deinen Bericht zu lesen. Ihr macht das alle so toll. Wenn du das Bedürfnis hast einen Blogeintrag zu schreiben dann tu das. Wenn nicht, dann ist das auch ok. Keiner wird dir deswegen böse sein oder dich nicht verstehen. Die Jungs, dein Mann und du seid wichtig. Sonst Niemand! Weiterhin alles Liebe💙

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  7. Hi liebe frischgebackene Drillingsmutti 🙂 Mein Name ist Friederike und ich bin vor knapp einem Jahr ebenfalls Mutter von Drillingen geworden. Und wohne quasi im Nachbarort, in Schöneiche. Ich habe auch in Buch entbunden und konnte mich in deinem Beitrag vollkommen wiedererkennen. Die anstrengenden Tage auf der Neo, das tägliche Pendeln vom McDonalds Haus rüber und abends die Kleinen mit schlechtem Gewissen, aber k.o. zurücklassen – ich weiß genau, wie du dich da gefühlt hast.
    Falls du einmal Lust auf ein Treffen hast oder auch persönliche Tipps oder Babyklamotten gebrauchen könntest, kannst du mich sehr gerne kontaktieren.
    Ich treffe mich auch ab und zu mit Andrea, der Drillingsmama aus Fredersdorf, falls du noch weiteren Austauschbedarf hast 🙂
    Nun aber ganz viel Freude mit euren drei Jungs! Es wird eine tolle Zeit!

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    • Das ist ja cool, von Familie A. haben wir schon viel gehört und gelesen, aber das es noch mehr von uns gibt, einfach toll 🎉🎉🎉 ein Treffen wäre genial! Bin für alles offen. 😊 kann von euch bestimmt nur profitieren und lernen 🤗🤗🤗

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